Das Licht im Kasten

UNTRAGBAR
Ein Träumchen mit sprachgewitzten Applikationen

Im Mittelalter war die Länge eines Schuhs festgelegt. Der Treter des einfachen Mannes war exakt „einen Fuß“ lang. Der Ritter trug das Eineinhalbfache und der Fürst konnte im Winter locker mit seinen Riesenschlappen zum Skifahren gehen, wäre das Skifahren schon in Mode gewesen. Mode war und ist ein Zeichen der Macht. Auch heute, da sich Gesellschaftsgruppen nicht mehr an der Schuhlänge erkennen, sondern an Markenklamotten.

In ihrem bissigen und hochpolitischen Text widmet sich Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek diesem Thema. Kaufrausch und Designerware, Umweltzerstörung und prekäre Arbeitsverhältnisse, Weltmarktpreise und Erkenntnisphilosophie – mit virtuosem Sprachwitz spiegelt sie Mode als Phänomen des westlichen Wohlstands wider, der nicht zuletzt auf der Ungleichheit zwischen armen und reichen Nationen beruht.

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